Weerbergrennen classic

Es ist der 5. April 1964. Es ist neblig und es regnet, doch Gunther Philipp sitzt mit Rennfieber in seinem Ferrari 2050 GT am Start des 1. Internationalen Weerbergrennens. Der spätere Formel I Pilot Jochen Rindt wird heute von Manfred Swarovski mit einer Siegerzeit von 2:13,0 geschlagen. Heute wird der Startschuss zu einer Erfolgsgeschichte getan: dem Weerbergrennen. In den nächsten Jahren starten internationale Motorsportler mit Motorrädern, Beiwagenmaschinen und Automobilen beim Weerbergrennen. Rund 80.000 Menschen sind insgesamt dabei, wenn u.a. Karl Wendlinger und Dieter Quester ihre Motoren aufheizen oder Franz Klammer seinen Mercedes 190 startet. Ob bei Sonnenschein, Wind oder Regen – tausende Zuschauer – darunter Formel I Pilot Gerhard Berger - säumen die Kurven auf den Weerberg, um bei der größten Motorsportveranstaltung Österreichs dabei zu sein. 2008 startet der Weerberg nach einer Rennpause wieder voll durch: das Weerberg Rennen Classic bringt rund 12.000 Menschen auf den Weerberg.

Von 1964 bis 1970 sowie von 1985 bis 1989 war das Weerbergrennen Tirols größtes Motorsportereignis. Mehr als 20.000 Fans pilgerten 1989 zur Abschlussveranstaltung, ehe eine Änderung des Naturschutzgesetzes den Motorsportklassiker zu Fall brachte. Am 12. Oktober 2008 erinnerte ein Autokorso mit den Fahrzeugen von einst an dieses Stück Tiroler Motorsportgeschichte.

 

Motorfans erinnern sich noch begeistert an die erste Staffel des Weerbergrennens Anfang der Sechziger-Jahre. Der Schweizer Jo Siffert, Österreichs damaliges Formel I-Aushängeschild Jochen Rindt und der nach wie vor im Motorsport tätige Gerhard Marko waren am Start. „Auch bei der zweiten Rennstaffel waren mit Karl Wendlinger, Dieter Quester und Franz Klammer prominente Starter vertreten“. Zum Jubiläums-Autocorso 2009 wurden nicht weniger als 240 Fahrzeuge gemeldet, mehr als 10.000 Zuschauer säumten die kurvenreiche Bergstraße.

 

Beim Weerbergrennen Classic geht es nicht darum, wer am schnellsten ist, sondern darum, wer es schafft, seine 2 Fahrten in der gleichen oder zumindest annähernd gleichen Zeit zu fahren. Es zählt also nicht nur die Geschwindigkeit sondern vor allem das Geschick, sich an die vorgegebene Sollzeit heranzufahren. Dieses Zeitfahren, das im sog. Gleichmäßigkeitsmodus bewertet wird, gibt somit allen Teilnehmern, von Pferdestärken abgesehen, die gleiche Chance, diesen Bewerb für sich zu entscheiden.

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